Heute möchte ich mal wieder ein Automodell vorstellen, was ich als Gebrauchtwagen bereits getestet habe und eigentlich jedem empfehlen kann, der eine preisgünstige Alternative zum VW Passat sucht. Der Opel Vectra C GTS wurde 2002 als Fließheckvariante des 6 Monate vorher vorgestellten Vectra C eingeführt.
Die Neuerung des Modells bestand darin, dass sie Fahrzeugvernetzung per CAN-Bus und elektrohydraulische Servolenkung verwendete. Außerdem gabs ein aktives Fahrwerk namens IDS+ mit elektronischer Dämpferverstellung, welches optional dazubestellt werden konnte.
Ansonsten ähnelt der Opel Vectra dem Passat in vielerlei Hinsicht und übertrumpft ihn, wenn es um ökonomische Faktoren geht. Dieser Wagen schluckt weniger Sprit und fährt sich eleganter als der VW. Außerdem sind die Sitze fester, was gerade bei einem Gebrauchtwagen für ein längeres “Neuheits”-Feeling sorgt.
Der Vectra fährt sich angenehm und hat im Alter die üblichen Gebrauchtwagen-Wehwechen. Die Abdichtung des Innenraums wird auf Dauer etwas zu wenig, bei hohen Geschwindigkeiten brummt der Motor, usw. Alles in allem war ich mit diesem Auto aber über die Jahre hinweg sehr zufrieden.
Fast ein Jahrzehnt lang beherrschte ein Duell die Straßen von Deutschland, das Duell zwischen dem Opel Kadett E und dem VW Golf II. Ob bei der Gunst der Käufer, der Technik oder den Motoren, die beiden Autohersteller lieferten sich mit den beiden Modellen in den 80er Jahren ein Kopf an Kopf Rennen. Jeder wollte die Nase vorn haben – kein Wunder, beide waren die populärsten und meist verkauftesten Autos in Deutschland.
Doch was machte die Faszination der beiden Autos aus, die man noch heute vereinzelt im Straßenverkehr finden kann? Zunächst war es wirklich die Popularität des Golfs und des Kadetts. Beide gab es zahlreichen Karosserie- und Motorenvarianten, womit sie eine breite Käuferschaft ansprachen. Am Ende der 80er Jahre hatte man das subjektive Gefühl, jeder zweite Wagen sei ein Golf II. oder ein Kadett. Zudem kombinierten beide Hersteller ein gutes Design mit Pragmatismus. Sie waren sportlich genug, um junge Menschen auszusprechen, boten aber auch genügend Platz, den Familien in einem Auto benötigten.
Bei der Entwicklung der Wagen konnte man zudem auf bereits gewonnene Erfahrungen zuvor gefertigter Generationen zurückgreifen, der Golf ging in die zweite, der Kadett gar in seine fünfte Generation. Da diese ebenfalls sehr erfolgreich waren, besaß das Modell schon ein gewisses Renommee und bei Teilen der Käuferschaft, griff man auf Altbewährtes zurück. Vor allem aber überzeugten der VW Golf und der Opel Kadett durch eine solide Verarbeitung, beide Autos hatten eine sehr lange Haltwertzeit und erforderten nur sehr wenige Reparaturen.
Letztendlich gab es aber einen entscheidenden Vorteil für den VW Golf II. Er fand eine große Anhängerschaft bei Tuning-Fans. Die Gestaltung des eigenen Golf nahm teilweise schon bizarre Züge an. Tiefer legen war schon Standard, je ausgefallener das Design, um so höher die Anerkennung. Dieses Phänomen hingegen fand sich beim Opel Kadett eher selten wieder. Experten vermuten, dass das Design des Opel zu rund angelegt war, um gute Tuningmöglichkeiten zu finden.
Wenn man heute den Straßenverkehr beobachtet taucht noch ganz selten in Golf II. im dichten Verkehr, meist klapprig und schlecht instand, während der Kadett völlig von der Bildfläche verschwunden ist.